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Saturday, 18 March 2006 01:11 |
Griechischer Power Metal ist in der Regel immer etwas ganz besonderes. Im Normalfall nämlich versuchen die Bands aus Hellas nicht, den üblichen Helloween-Einheitsbrei nachzuahmen, sondern bemühen sich eher um einen eigenständigen Sound, dessen Wurzeln ganz klar im klassischen 80er-Metal liegen. Und damit wären wir bei Out Of The Lair, einer noch recht frischen Truppe aus Thessaloniki, die auf ihrem Debüt einen wirklich überzeugenden Mix aus Old-School-Heavy-Metal und melodischem Thrash Metal zaubert. Zwar hat das Teil mittlerweile auch schon zweieinhalb Jahre auf dem Kasten, aber von seinem unzweifelhaften Charme hat „Psychotears“ noch nichts eingebüßt.
Die Musik ist nämlich alles andere als derzeit handelsüblich. Verdammt hohe, bisweilen auch nervige Vocals wie sie Frontmann Spyros darbietet, findet man heute nur noch selten, und die Produktion, die das teil wirken lässt, als sei es nach zwei Dekaden digital remastered, tut ihren Anteil dazu, dass man sich hier direkt wieder in die Zeit von Glanz und Glorie im Metal-Zirkus zurückversetzt fühlt. Dies alles würde aber nur wenig bringen, wenn die Songs nicht so stark wären, wie dies in den acht regulären Kompositionen von „Psychotears“ der Fall ist. Die Band hat einen recht guten Mittelweg aus Aggression und einprägsamen Melodien gefunden und dies schließlich alles in Arrangements zusammengefasst, die mich an die vor einiger Zeit erworbenen Combat-Boxen mit Klassikeralben aus den 80ern erinnern. Hier findet man sowohl die Ausläufer der Bay Area, als auch Inspiration aus den traditionellen US-Metal-Sounds, und dies vorzugsweise in einprägsamen Nummern wie dem flotten „Nosferatu“ und dem schnell vorangaloppierenden Titelstück. Dazu kommt stellenweise technisches Zeug wie „Out Of The Lair“ und „Flying Surf“, bei denen Out Of The Lair vor allem ihre Qualitäten an der Sechssaitigen beweisen können.
Eine Schwachstelle bleibt aber trotz allem der Gesang. Speziell in den ganz hohen Tonlagen wird die Stimme von Spyros immer dünner, besonders festzustellen in „Wolverines Knights, bei dem man zwischenzeitlich das Gefühl hat, der Mann hätte seine Stimme verloren und würde die Nummer so gerade noch über die Zielgerade krächzen können. Und auch sonst sind die Screams nicht immer oberster Standard, ganz speziell in den melodischeren Passagen. Ich sagte aber eingangs, dass die Band einen ganz besonderen Charme ausstrahlt, und der rettet am Ende auch die Punktzahl. So scheußlich der Gesang manchmal auch sein mag; die acht Songs haben es alle in sich und sollten speziell Nostalgiker auf Anhieb begeistern. Denen gilt auch der Tipp, sich mal mit diesen Griechen zu beschäftigen. Alle anderen: wenn euch die 80er zusagen und ihr von überproduzierten Bands die Schnauze voll habt, dann checkt „Psychotears“ ebenfalls mal an!
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